Lexikon Regenwassernutzung

 

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A: 

Anschlusskanal:

Der Anschlusskanal verbindet das zu entwässernde Bauwerk mit dem Sammelkanal und befindet sich zwischen der Grenze des eigenen Grundstücks und dem öffentlichen Abwasserkanal. Der Anschlusskanal wird häufig auch als Hausanschlussleitung bezeichnet.

Abflussbeiwert:

Der Abflussbeiwert bezeichnet das Verhältnis von tatsächlich nutzbarer Regenmenge zur Niederschlagsmenge, die auf das Dach fällt und wird als Faktor von 0,6 bis 0,9 angegeben. Der Abflussbeiwert berücksichtigt dabei den Wasserverlust des Daches in Bezug auf dessen Neigung und Material (Beschaffenheit des Daches). Die tatsächlich nutzbare Regenmenge ist in jedem Fall geringer als die Niederschlagsmenge.

 

B:

Betriebswasser:

Betriebswasser bezeichnet Wasser, das für häusliche und gewerbliche Zwecke genutzt wird und keine Trinkwasserqualität haben muss (z. B. WC-Spülung, Waschmaschine, Gartenbewässerung). Betriebswasser wird häufig auch als Brauch- oder Nutzwasser bezeichnet.

Betriebswasserbedarf:

Der Betriebswasserbedarf bezeichnet den Bedarf an Wasser für häusliche oder gewerbliche Zwecke, die keine Trinkwasserqualität erfordern.

Betriebswasserangebot:

Das Betriebswasserangebot bezeichnet den Ertrag an Regenwasser in Abhängigkeit von der regionalen Niederschlagsmenge und der Größe der Auffangfläche bzw. Dachfläche.

 

C:

-

 

D:

Domschacht:

Der Domschacht ist eine verschlossene Zugangsöffnung zum Erdtank und reicht von der Geländeoberkante bis zum unterirdischen Tank. Als Bestandteil einer Regenwassernutzungsanlage ermöglicht der Domschacht Wartungs- oder Reinigungsarbeiten, ohne den geregelten Betrieb der Anlage zu beeinträchtigen.

Dachablaufwasser:

Dachablaufwasser ist das von den Dachflächen ablaufende Niederschlagswasser. Die Qualität und Reinheit des Dachablaufwassers steht in direktem Zusammenhang mit der Beschaffenheit des Daches.

Druckerhöhungsanlage:

Die Druckerhöhungsanlage sorgt als Pumpe mit Manometer und Druckregler für den benötigten Wasserdruck im Betriebswassernetz.

Druckstoß:

Ein Druckstoß bezeichnet einen plötzlichen Anstieg des Wasserdruckes in einer Rohrleitung. Dieser wird häufig durch zu schnell schließende Ventile ausgelöst, wobei moderne Pumpen mit Durchflusswächter und Druckausgleichsbehälter einen Druckstoß wirksam verhindern.

 

E:

Erdtank

Der Erdtank bzw. die Zisterne ist ein speziell für die Speicherung und Nutzung von Regenwasser entwickelter Tank für den unterirdischen Einbau.

 

F:

Filter:

Filter für die Regenwassernutzung sorgen für die Entfernung von Feststoffen und feiner Partikel im Regenwasser. Dabei unterscheidet man zwischen Fallrohr-, Erd- und im Tank integrierten Filtern sowie zwischen selbstreinigenden Filtern und Retentionsfiltern, die den Schmutz zurückhalten. (siehe auch: Der richtige Regenwasserfilter)

Förderhöhe der Pumpe:

Die maximale Förderhöhe einer Pumpe definiert auch deren Druckleistung. So entspricht eine Förderhöhe von 10 m einer Druckleistung von 1 bar. Die Förderhöhe wird üblicherweise in einer Kennlinie in Abhängigkeit vom Volumenstrom angegeben.

Frostfreiheit:

Erdtank, Filter und im Erdreich verlegte wasserführende Leitungen einer Regenwassernutzungsanlage müssen beim Anschluss der WC-Spülung oder Waschmaschine zum Schutz in frostfreier Tiefe eingebaut werden. Die örtliche Frostgrenze variiert in Deutschland zwischen 0,6 und 1 m.

Fallrohr:

Das Fallrohr ist ein senkrechtes Rohr zum Ableiten des Regenwassers von Dachflächen, Balkonen oder ähnlichem. Regenfallleitungen sind häufig aus Zink, Kupfer oder Kunststoff.

 

G:

Grauwasser:

Grauwasser ist dem Privathaushalt enstammendes fäkalienfreies, gering verschmutztes Abwasser, das beim Duschen, Baden oder Händewaschen anfällt. Grauwasser kann zur Aufbereitung zu Brauch- bzw. Betriebswasser dienen.

Gefälle:

Das Gefälle einer Rohrleitung bezeichnet den in % angegenbenen Höhenunterschied der Rohrleitungssohle in cm pro 1m.

 

H:

Hauswasserzentrale:

Die Regenwasserzentrale bzw. Hauswasserzentrale stellt den letzten Stand der Technik in der Regenwassernutzung dar und übernimmt die komplette Steuerung einer Regenwassernutzungsanlage. Sie besteht aus Systemsteuerung, Nachspeisebehälter und Pumpe und wird häufig als komplett vormontiertes Modul geliefert.

 

I:

-

 

J:

Jahresniederschlag:

Der Jahresniederschlag ist die gesamte Niederschlagshöhe eines Jahres in einer definerten Region und wird in Millimeter pro Jahr angegeben. Wobei ein Millimeter Niederschlagshöhe gleich einem Liter Niederschlagsmenge pro Quadratmeter ist (l/m2).

 

K:

-

 

L:

Leerrohr: 

Das Leerrohr bezeichnet in der Regenwassernutzung ein im Erdreich verlegtes Kunststoffrohr zur Installation verschiedener Leitungen zwischen dem Regenwassertank und dem Hausanschlussraum. Abhängig von der Art der Regenwassernutzungsanlage enthält das Versorgungsrohr z. B. die Pumpensaugleitung, Steuer- oder Sensorkabel sowie die Trinkwassernachspeiseleitung.

 

M:

Mauerdurchführung:

Die Mauerdurchführung bzw. Wanddurchführung dient der fachgerechten Abdichtung des Leerohres im Mauerwerk. Leitungen und Kabel aus und zum Regenwassertank können damit dichtend in das Haus eingeführt werden.

Mischsystem:

Das Mischsystem ist ein Entwässerungssystem, bei dem das Regen- und Schmutzwasser gemeinsam in einem Kanal gemischt abgeleitet wird.

Mindestgefälle:

Das Mindestgefällle für Rohrleitungen von Regenwassernutzungsanlagen ist der nach DIN vorgeschriebene Höhenunterschied der Rohrleitungssohle, gemessen in cm pro 1m. Dieser muss für Grund- und Sammelleitungen mind. 0,5% bzw. 1% betragen.

 

N:

Nenndruck:

Der Nenndruck von Rohrleitungen einer Regenwassernutzungsanlage gibt den zulässigen Betriebsdruck in bar bei Raumtemperatur (20° C) an.

Nutzvolumen:

Das Nutzvolumen eines Regenwassertanks bezeichnet den maximalen Speicherinhalt, der während des Betriebes vollständig genutzt werden kann. Es errechnet sich aus dem Nennvolumen des Tanks abzüglich des Mindestwasservolumen.

 

O:

-

 

P:

Pumpensaugleitung:

Die Pumpensaugleitung bzw. Saugleitung einer Regenwassernutzungsanlage führt das gesammelte Regenwasser aus dem Tank der Pumpe zu. Es ist darauf zu achten, dass die Pumpensaugleitung möglichst gleichmäßig ansteigend verlegt wird und zu 100% luftdicht ist.

Pumpenkennlinie:

Die Pumpenkennlinie beschreibt den festen Zusammenhang zwischen gefördertem Volumenstrom und dem dabei aufgebauten Druck der Pumpe. Grundsätzlich gilt: je größer der Volumenstrom, desto kleiner ist der zur Verfügung stehende Druck und umgekehrt.

 

Q:

-

 

R:

Regenwassertank:

Der Regenwassertank bzw. Regenwasserspeicher ist ein speziell für die Speicherung und Nutzung von Regenwasser entwickelter Ober- oder unterirdischer Behälter. Zur Herstellung werden meist die Werkstoffe Beton oder PE verwendet. (siehe auch: Der Regenwassertank)

Regenwasserrückhaltung:

Regenwasserrückhaltung bezeichnet die vorübergehende Speicherung von Regenwasser zur Entlastung öffentlicher Entwässerungseinrichtungen bei starken Regenereignissen. Besonders wirkungsvoll ist die Kombination von Regenwasserrückhaltung und Regenwassernutzung mit einem Retentionstank.

Regenwasserversickerung:

Versickerung bzw. Regenwasserversickerung bezeichnet das Einbringen von Niederschlagswasser in den Untergrund unter Verwendung technischer Versickerungsanlagen. Die Anforderungen an Versickerungsanlagen sind in Deutschland im DWA-Arbeitsblatt-A 138 festgelegt. Dieses unterscheidet z. B. zwischen Mulden-Versickerung, Rigolen Versickerung oder Schacht-Versickerung.

Rückstauebene:

Die Rückstauebene bezeichnet laut DIN "die höchste Ebene, bis zu der das Wasser in einer Entwässerungsanlage ansteigen kann". Im Allgemeinen ist dies die Höhe der örtlichen Straße. Sollen Einrichtungen zur Grundstücksentwässerung unterhalb der Rückstauebene liegen, müssen geeignete Maßnahmen (z. B. Hebeanlage, Rückstauverschluss) gegen Rückstau aus öffentlichen Regen- und Mischwasserkanälen getroffen werden.

Regenwasserbewirtschaftung:

Der Begriff Regenwasserbewirtschaftung bezeichnet konkrete Maßnahmen, um anfallendes Niederschlagswasser abzuführen und dabei gleichzeitig zu nutzen. Geeignete Maßnahmen sind unter anderem die Regenwassernutzung, Regenwasserversickerung, Regenwasserrückhaltung und die Regenwasserbehandlung.

Retentionstank:

Der Retentionstank kombiniert Regenwasserrückhaltung und Regenwassernutzung in einem Behälter. Dabei wird ein Teil des zur Verfügung stehenden Speichervolumens zur Regenrückhaltung genutzt und gedrosselt in den öffentlichen Kanal abgegeben. Die vorübergehende Speicherung großer Regenmengen vermindert so das Risiko von Überflutungen.

 

S:

Siphon: 

Das Siphon ist ein Gasverschluss von Rohrleitungen in Form eines S-förmigen Rohrs, dessen untere Biegung stets mit Wasser gefüllt bleibt. In der Regenwassernutzung verhindert das Siphon das Eindringen von Kanalgasen in den Regenwassertank und ist häufig im Überlauf integriert.

Sedimentation:

Sedimentation bezeichnet in der Regenwassernutzung das Ablagern bzw. Absetzen von feinsten Teilchen aus dem Regenwasser auf dem Boden des Regenwassertanks unter dem Einfluss der Schwerkraft.

Schwimmende Entnahme:

Die schwimmende Entnahme dient zum Ansaugen des saubersten Wassers aus dem Regenwassertank. Eine Schwimmerkugel am Ende der Saugleitung hält diese dicht unterhalb der Wasseroberfläche und gewährleistet, dass nur das sauberste Regenwasser aus dem Tank angesaugt wird.

Schaltautomat:

Der Schaltautomat zur Steuerung von Pumpen für die Regenwassernutzung steuert das Ein- und Ausschalten der Pumpe beim Öffnen und Schließen der Verbraucher und schützt die Pumpe gegen Trockenlauf.

 

T:

Trinkwassernachspeisung:

Die Trinkwassernachspeisung bzw. Nachspeisung einer Regenwassernutzungsanlage gewährleistet auch bei längeren Trockenperioden die Wasserversorgung der angeschlossenen Verbrauchsstellen. Dabei unterscheidet man zwischen Nachspeisungen, die in Tank nachspeisen und Nachspeisungen, die Trinkwasser direkt in die Saugleitung der Pumpe nachspeisen. In jedem Fall ist unbedingt die DIN 1988 zu beachten.

Trennsystem:

Das Trennsystem ist ein Entwässerungssystem, bei dem das Regen- und Schmutzwasser in getrennten Leitungs- und Kanalsystemen abgeleitet wird. Das saubere Regenwasser wird dabei im Gegensatz zum Mischsystem nicht mit dem Schmutzwasser vermischt.

 

U:

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V:

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W:

Wasserhärte:

Die Wasserhärte bezeichnet die Konzentration der im Wasser gelösten Calcium- und Magnesiumionen und wird in Deutschland üblicherweise in der Einheit "°dH (Grad deutscher Härte)" angegeben. Regenwasser ist besonders weiches Wasser und eignet sich optimal zum Wäsche waschen, da sich der Waschmittelverbrauch aufgrund des geringen Härtegrades deutlich reduzieren lässt und eine Verkalkung der Waschmaschine verhindert.

 

X:

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Y:

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Z:

Zulaufberuhiger:

Der Zulaufberuhiger bzw. beruhigte Zulauf leitet das gefilterte Regenwasser strömungsberuhigt auf den Tankboden und verhindert ein Aufwirbeln der Sedimentschicht. Gleichzeitig fördert der Zulaufberuhiger das Absetzen feinster Teilchen aus dem Regenwasser (Sedimentation).

Zisterne:

Zisterne ist ein ein weiterer Begriff für Erdtank, bzw. Regenwassertank. (siehe auch: Die Zisterne)